Hass und Ananas

Hass und Ananas

- ein Liebesgedicht für den deutschen Markt
- genauer gesagt für den berlinerischen Markt
- noch genauer gesagt ein Liebesgedicht für prenzlbergische Mädchen in flatternden Röcken und Tischtennis spielende Jungs
- dieses Gedicht ist vor allem für die prenzlbergischen Mädchen, die im Sommer mit feuchten und verschwitzten Schenkeln am Mauerpark entlangradeln. Vor allem für die süßen prenzlbergischen Mädchen.
- NB: die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Ananas“ ist „ausgezeichnete Frucht“.

Wenn ich an sie denke, bekomme ich nicht immer einen Ständer, aber manchmal.
Wenn ich an sie denke, spreche ich mit mir selbst, nicht immer, aber manchmal.
Wenn ich an sie denke, schreeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeie ich.
Wenn ich an sie denke, heuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuule ich wie ein schwedischer Schoßhund, der in eine sozialdemokratische Schlägerei mit einem Volvo geraten ist!

Hassen! Hassen! Hassen! Fass, fass! (Eiríkur kneift die Augen zusammen
………………………………………………………………und blickt rasch
……………………………………………………………………………………wütend um sich)

Wenn ich tanze, setze ich den einen Fuß vor den anderen,
ziehe ihn langsam zu mir heran (smooth, smooth)
und lasse ein wenig die Hüften kreisen.

Letztendlich tanze ich jedoch mit den Händen.
Nicht so zu verstehen, als würden sie je die Tanzfläche berühren.

Liebste Tanzbraut,
ich tanze, damit
deine Zähne knirschen,
die Zahnspangen singen,
wie ein Schwert erklingen,
das gehisst worden ist.

Lieben! Lieben! Lieben! Fass, fass! (Eiríkur zwinkert mit dem einen Auge
………………………………………………………………und blickt vorsichtig
…………………………………………………………………………………..um sich)

Wenn ich mit dir tanze, denke ich Ananas,
groß wie eine nackte Milchbrust,
außen behaart, doch innen saftig –

Wenn ich an dich denke, tanze ich Ananas:

Seit- und Beistellschritt
wie im Schottisch,
dazu Ananas auf einem Spieß!

Wenn ich mit dir tanze, tanze ich Ananas.

Aus dem Isländischen von Jón B. Atlason und Alexander Sitzmann