• Íslenska
  • English
  • Svenska
  • Deutsch
Eiríkur Örn Norðdahl
Bild: Erik Brunulf.

Eiríkur Örn Norðdahl

Eiríkur Örn Norðdahl wurde 1978 geboren. Er gilt als das vielversprechendste junge Talent in der isländischen Literatur. Der auch als Übersetzer und Kolumnist tätige Autor ist äußerst produktiv: Seit 2001 erschienen acht Gedichtbände und vier Romane. 2012 erhielt er für »Böse« den Isländischen Literaturpreis.

Eiríkur experimentiert auch mit Sound-, Video- und Bildpoesie und nimmt weltweit an Literaturfestivals teil. Im Jahr 2008 wurde er für seine Übersetzung von Jonathan Lethems Motherless Brooklyn mit dem Isländischen Übersetzerpreis ausgezeichnet. 2010 erhielt er eine Ehrung auf dem ZEBRA Poetry Film Festival für seinen Poesiefilm Höpöhöpö Böks .

Er war Writer in Residence in Stykkishólmur 2012 und Artist in Residence in seiner Heimatstadt Ísafjörður 2013-2015.

Er gründete 2001 den Autorenverlag Nýhil, der jährlich ein Poesiefestival in Reykjavík veranstaltet.

»Selten hat mich ein Buch so aufgewühlt, wie Böse. «
Bernhild Vögel // Iceland Review
»Eiríkur Örn Norðdahl hat ein grausames, zuweilen grausam komisches Buch darüber geschrieben, wie Ideologie und Geschichte unsere intimsten Sphären durchdringt. Böse. «
Christian Bluss // Der Spiegel
»Dass das gut geht (das belletristische Unterfangen, nicht die Dreiecksbeziehung, die geht selbstverständlich überhaupt nicht gut), liegt an Norddahls erzählerischer Souveränität und seiner Experimentierfreude. Er jongliert so mühelos mit seinem schweren Stoff wie ein Zirkus-Muskelmann mit Kugelhanteln.«
Maren von Keller // KulturSPIEGEL
»Der Text wirkt so, als ob sich ein Gletscher langsam schmelzend auf den Leser zubewegt: Bedrückend, eiskalt, aber dann auch wieder glühend heiß, darunter brodelnd. Liebe und Hass. Selten hat man das so ungeheuer dicht nebeneinander geführt erlebt wie hier. «
Annemarie Stoltenberg // NDR.de
»Das Wundersame an diesem Roman ist, dass das, was in der versuchten Nacherzählung nach einem überaus ernsthaften inhaltlichen Anliegen klingt – und so ernst ist es sicher auch gemeint –, gleichzeitig in einem sehr coolen, fast ein wenig dahinplaudernden Konversationston dargebracht wird. [...] Das alles ist so komplex, wie es klingt. Der Autor bannt es aber in einen formalen Rahmen, der es ihm ermöglicht, die Materialfülle erstaunlich gut zu kanalisieren. «
Katharina Granzin // Frankfurter Rundschau
»Originell und cool, dass es einem Angst machen könnte ...«
Thorunn Sigurjonsdottir // Frettabladid
»Der Crazy Man der isländischen Literatur«
Hallgrímur Helgason
Für die jüdische Studentin Agnes wird der Holocaust während ihrer Abschlussarbeit zur Obsession. Dennoch beginnt sie ausgerechnet mit dem Rechtsextremisten Arnór eine Affäre. Gleichzeitig verliebt sie sich in Ómar, einen Langzeitstudenten. Die private und die zeitgeschichtliche Katastrophe beginnen sich unauflöslich miteinander zu vermischen.

Als Ómar seinen Abschluss schafft, steuert die Beziehung mit Agnes auf eine Katastrophe zu: Sie ist schwanger und weiß nicht, welcher der beiden der Vater des Kindes ist – Arnór oder Ómar. Die Beziehung zu Ómar wird immer angespannter, bis dieser zufällig dahinterkommt, dass Agnes ihn betrogen hat. Er dreht durch, steckt das Haus in Brand und nimmt den nächsten Flieger ins Ausland: Gut und Böse sind nicht mehr zu trennen. Die leidenschaftliche Dreiecksbeziehung zwischen einer jüdischen, in Island aufgewachsenen Litauerin, einem antriebslosen Geisteswissenschaftler und einem selbstherrlichen Neonazi ist gleichermaßen skurril wie grandios erzählt.

In seinem gefeierten und preisgekrönten Roman nimmt Norðdahl den Leser mit auf einen wilden Parforceritt durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts.

2012 wurde »Böse« mit dem isländischen Literaturpreis ausgezeichnet.